
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
(Rainer Maria Rilke 1902, aus: Das Buch der Bilder)
Liebe Leserin, lieber Leser,
immer, wenn in den letzten Oktobertagen, sich die Blätter nur noch mühsam an den Bäumen halten und die Menschen beginnen sich nach der Wärme und dem Licht des Sommers zurückzusehnen, dann denke ich an dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke; wohl auch, weil eine Freundin es jeden Herbst aufs neue mit großem Ernst vortrug.
In Zeiten erschütterter Finanzmärkte und geplatzter Immobilienblasen, klingen manche Verse dann nochmal anders. Sogar das Handelsblatt titelt in diesen Tagen: "Wer jetzt kein Haus hat…". Der Nichtfinanzexperte lernt neue Wörter: Leerverkäufe, Derivate, Call, Put, Future, Hedgefond, fauler Kredit, Einlagensicherungsfond… .
Während wir uns noch fragen, ob das Geld auf dem Sparbuch doch besser aufgehoben gewesen wäre, spitzt sich die Lage in den Entwicklungs - und Schwellenländern dramatisch zu. Die Zahl der unterernährten Menschen wird durch die rasant gestiegenen Nahrungsmittelkosten noch in diesem Jahr weltweit um 44 Millionen auf 967 Millionen anwachsen. Diese Zahl ist nicht zu fassen.
Und weil das alles so unfassbar ist und kaum jemand wirklich versteht, was vorgeht, ziehen sich viele Menschen ins Private zurück, setzten auf familiäre Behaglichkeit, konservative Werte, Etikette, Verlobung, musikalische Früherziehung und das Sparbuch. Sollte diese Entwicklung den Kirchen nicht wie gerufen kommen?
Nein. Es ist Zeit, sich der Wirklichkeit zuzuwenden, wenigstens zu versuchen, zu verstehen, versuchen zu gestalten. Es ist Zeit, zu suchen, was realer ist als der Kapitalmarkt: Gott und seine Gerechtigkeit.

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Weihnachtsgeschenke und kleine leuchtenden Adventsgrüße kann man selbst machen.
Am 3. November (Mo) öffnet die Kerzenwerkstatt wieder für zwei Wochen ihre Türen.
In den unteren Räumen der Kreuzkirche können Kinder und Erwachsene in gemütlicher Atmosphäre Kerzen aus echtem Bienenwachs ziehen.
Öffnungszeiten der Kerzenwerkstatt:
täglich 15:30 bis 18:30 Uhr
9. November (So) 15 bis 17 Uhr
Der Erlös geht an die Evangelisch-Freikirchliche Beratungsstelle in Hamburg , das Jesus Center im Schanzenviertel und, über die Johanniter, an Krankenhäuser und Kinderheime in Ostungarn.

Dieser Gottesdienst wird überwiegend von jungen Erwachsenen gestaltet und den Besucher erwartet viel Musik und Gesang, eine kurze Predigt, Gebetsstationen und die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen. Das Thema ist "Durst nach Gerechtigkeit". Es geht um Herausforderungen in Bezug auf unseren persönlichen Lebensstil: Wie lebt man gerecht und was hat Gott damit zu tun?

Und weil Aktion nicht ohne Kontemplation auskommt, jeder Handelnde also auch mal zur Besinnung kommen muß, gibt's am vorletzten Tag der Kerzenwerkstatt eine Nacht der Kerzen, voll Wärme und Licht. Es gibt Kerzenziehen in gemütlicher Atmosphäre, leise Musik und Lesungen zum Thema "Licht und Dunkelheit".
Der Gebetsabend, bei dem für die Anliegen der Teilnehmer, der Gemeinde, der Stadt und der Welt gebetet wird, findet regelmäßig im Gottesdienstraum statt. Die ruhige Atmosphäre, Psalmenlesungen und Lieder aus der Taizé-Tradition tun einfach gut.
Immer wieder Samstags findet einmal im Monat der Kiddytag für Kinder zwischen 4 und 9 Jahren statt. Während die Eltern gemütlich einkaufen gehen oder Kaffee trinken, haben die Kinder viel Spaß beim Spielen, Singen und Basteln in der Obhut von sieben Mitarbeitern, die zum Teil auch beruflich mit Kindern zu tun haben. Besonders beliebt bei den Kindern ist das Puppentheater "Die drei vom Ast". Die Stücke dafür werden von den Mitarbeitern selbst geschrieben und leiten zu einer biblischen Geschichte über Angst, Vertrauen, Teilen oder andere Themen über. Auch ein Mittagessen und eine schöne Bastelei zum Mitnehmen und Erinnern ist jedes Mal dabei.

Begleitend zum Gottesdienst am letzten Sonntag im Kirchenjahr gibt es diesmal eine kleine Ausstellung. Angeregt durch ein Projekt des Trauerbegleiters Fritz Roth, haben wir viele verschiedene Menschen gebeten, einen "Koffer für die letzte Reise" zu packen. Was drin ist in den Koffern, das ist so vielfältig wie die Menschen und ihre Biographien, ihre Träume, Hoffnungen und Weltsichten.
Es geht darum, sich mit der Endlichkeit des Lebens, ja sogar mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Wenn wir an den eigenen Tod denken, dann bemerken wir, was uns wirklich wichtig und nahe ist. Was würden sie in den Koffer packen?
Herzlich willkommen in der Kreuzkirche,
Anja Neu-Illg (Pastorin)
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hamburg-Eimsbüttel
Kreuzkirche - Baptisten
Tresckowstraße 7
20259 Hamburg
Telefon: 040-491 97 55
Zur Homepage (kreuzkirche-eimsbuettel.de)
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